Portwein

Der Herr der Fässer - Pedro Sá (Chefönologe bei Sogevinus) über die Magie der Kopke Colheitas

online seit 15.03.2012
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Pedro_SáCarlos Alves und Pedro Sá || KLICK FÜR ORIGINALGRÖßEIm Vorfeld zur gro?en Kopke Colheita Rarit?ten Verkostung im M?rz 2012 in Frankfurt hat Christopher Pfaff von Passion Port mit dem Mann gesprochen, der f?r die Vinifizierung dieser herausragenden Weine verantwortlich ist: Pedro S? (im Bild rechts neben seinem Vertreter Carlos Alves). Er ist Chef?nologe bei Sogevinus Fine Wines und neben Kopke auch f?r die anderen Ports der Gruppe, Barros, Burmester und Calem, verantwortlich.

(english version: see below)
PP: Hallo Pedro, es freut uns sehr, dass wir den Mann, der f?r die Vinifizierung und den weiteren Ausbau der Kopke Colheitas verantwortlich ist, pers?nlich zu den Weinen befragen k?nnen. Welche Phliosphie steckt hinter den Kopke Colheitas?
Pedro S?: Die Colheitas von Kopke geh?ren zu den bestens Ports unseres gesamten Portfolios. Die Kopke Colheitas spiegeln einen ?u?erst komplexen und k?rperreichen Stil, der durch seine Frische und seinen extrem langen Abgang besonders interessant ist. Der Stil von Burmester dagegen ist zum Beispiel etwas moderner, frischer und fruchtiger und daher etwas leichter zu verstehen.

PP: Auf was achtet ihr besonders bei der Ernte und Vinifizierung?
Pedro S?: F?r uns hat die Qualit?t der Trauben h?chste Priorit?t. F?r unsere potentiellen Colheitas neben wir nur selektierte Trauben. Dabei spielt die Farbe in den Trauben eher eine untergeordnete Rolle, wichtiger sind gesunde Trauben vieler verschiedener Rebsorten, die gehaltvolle Ports mit guter S?ure und notwendigen Tanninen ergeben. Der Gro?teil der Trauben, welche ein Mix der traditionellen Rebsorten sind, stammt natr?lich von unserer Quinta Sao Luiz. Ebenfalls sehr wichtig ist f?r uns der Branntwein, den wir zur Unterbrechung der G?rung und dem anreichern verwenden. Auch hier verwenden wir nur h?chste Qualit?t von in Eichenf?ssern gereiftem Branntwein.

PP: Wie werden eure Kopke Colheitas ausgebaut?
Pedro S?: Zun?chst einmal werden die ganz jungen Weine nach dem Abschluss der Fermentation ungef?hr zwei Monate in Stahltanks gelagert und anschlie?end in gr??ere Holzf?sser (Toneis) umgef?llt. Dabei benutzen wir nat?rlich gebrauchte, aber noch recht junge Holzf?sser. In diesen Toneis lagern die Weine zun?chst die ersten vier bis f?nf Jahre ihrer langen Entwicklung, ehe sie dann nach einer erneuten Qualit?tskontrolle zur weiteren Reifung bis zur Abf?llung in kleine gebrauchte Holzf?sser (Pipes) umgef?llt werden. In unseren Kellern in Villa Nova haben wir derzeit eine unglaubliche Vielfalt an alten Colheitas, der ?lteste ist aus dem Jahr 1890. Zur Abf?llung bereit ist unter anderem der Jahrgang 1937. Weiterhin sind wir derzeit das einzige Porthaus, welches auch bei den Wei?tawnies die komplette Reihe von 10-40 Jahren auf den Markt gebracht hat.

PP: Unter Portfreunden eine immer wieder hei? diskutierte Frage ist, ob Colheitas in der Flasche weiter reifen oder m?glichst bald nach der Abf?llung getrunken werden sollten. Welchen Standpunkt hast du hierzu?
Pedro S?: Ich pers?nlich ziehe es vor Colheitas recht fr?h nach ihrer Abf?llung zu konsumieren. Meiner Meinung nach verlieren die Weine durch l?ngere Flaschenlagerung an Frische und an speziellen Fassnoten, die einen Teil ihres Charakter ausmachen.

PP: Zum Abschluss noch eine pers?nliche Frage, welches sind deine Lieblingsjahrg?nge der Kopke Colheitas?
Pedro S?: Das ist nicht ganz einfach zu beantworten, aber es gibt aus praktisch jedem Jahrzehnt Ports, die mir besonders gut gefallen. Dies sind insbesondere die Jahrg?nge 1997, 1994, 1989, 1986, 1976, 1974, 1965, 1963 sowie 1957 und 1952. Von den ganz alten Colheitas sind die Jahrg?nge 1944 und 1947 sowie die unglaubliche 1900er besonders gut.